Oberstadt Entwicklungsplan

Oberstadt Entwicklungsplan

Für eine lebenswerte und lebendige Oberstadt

Standpunkte und Forderungen des Lokalvereins Innenstadt zur weiteren Planung und Entwicklung der Oberstadt – in Fortführung des „Oberstadtentwicklungsplanes“.

Vorbemerkung

Der „Oberstadtentwicklungsplan“ ist das Ergebnis einer zweijährigen Arbeit engagierter Bürger & Bürgerinnen in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt und dem Garten- und Tiefbauamt.
Darin wurden die grundsätzlichen Problemfelder und Entwicklungsthemen des Stadtquartiers benannt und mögliche Lösungsansätze erarbeitet. Dabei ging es in diesem ersten Schritt zunächst einmal schwerpunktmäßig um die Erfassung der grundsätzlichen Themen und die Erarbeitung von unterschiedlichen Lösungsansätzen, wobei hier der Ideenvielfalt Vorrang vor der Einarbeitung bewertender Kriterien wie Machbarkeit, Geld, Zeit, … eingeräumt wurde.

In einem jetzt notwendigen weiteren Schritt haben die Mitglieder der Arbeitsgruppen, die den „Oberstadtentwicklungsplan“ erarbeitet haben, zusammen mit dem Lokalverein Innenstadt die Ziele des „Oberstadtentwicklungsplanes„ im Bereich Oberlinden / Schwabentorplatz / Schloßbergnase noch einmal ausführlich besprochen und anschließend bewertet und kommen zu den im Folgenden dargestellten handlungsorientierten Ergebnissen.

Dabei sehen der Lokalverein Innenstadt und die Bürgergruppe zur Erarbeitung des „Oberstadt -entwicklungsplanes“ mit Sorge, dass die Innenstadtplanung am Platz der alten Synagoge, dem Fahnenbergplatz, am Siegesdenkmal, ja selbst Planungen an der Sundgauallee und auf dem Brielmanngelände vorangehen und sogar in absehbarer Zeit in Teilen realisiert werden, während in der Ost-Innenstadt von Seiten der Stadtverwaltung jede planerische Initiative fehlt. Zitat Herr Schröder-Klings: „ für eine Planung in der Ost-Innenstadt fehlen die Mittel“
Diesem Motto: „kein Plan ist auch ein Plan“ kann und will sich der Lokalverein Innenstadt nicht schließen und können die engagierten Bürger des “Oberstadtentwicklungsplanes“ nicht akzeptieren.

Deshalb werden im Folgenden als Weiterentwicklung und Konkretisierung des „Oberstadt- entwicklungsplanes“ Positionen formuliert und Forderungen gegenüber der Stadtverwaltung aufgestellt, damit sich endlich etwas tut im Sinne einer Verbesserung und Veränderung der hier in der Oberen Altstadt und Ost-Innenstadt.

Verkehrsentwicklung Schloßbergring / Schloßbergnase


– der Lokalverein fordert die Untersuchungen und Planungen für die Schloßbernase und die Verkehrsführung Schloßbergring / Schwabentorring und Greiffeneggring unverzüglich zu beginnen, solange noch kein Handlungszwang besteht.

– der Lokalverein ist für die Verkehrsführung nach Variante 2b des Oberstadtentwicklungsplanes (Individualverkehr in den Schwabentorring, Stadtbahn in den Greiffeneggring) und fordert diese Variante schnellstmöglich zu untersuchen und zu planen. Dabei sollten und können Probeläufe ein Verkehrsgutachten und eine Machbarkeitsstudie unterstützen und praxistaugliche Lösungen ermöglichen. Am Ende der Probeläufe und Untersuchungen sollte eben eine detaillierte Machbarkeitsstudie stehen die durch ein Verkehrsgutachten untermauert wird.

– der Lokalverein fordert alle Maßnahmen, die eine Zunahme des Verkehrs auf dem Schloßbergring bedingen zu unterlassen – auch wenn damit bestehende Pläne geändert oder fallen gelassen werden müssen. Ziel muss eine deutliche Reduzierung des Verkehrs sein!
In diesem Zusammenhang sollte auch die Unterbrechung des Rotteckrings nochmals überprüft werden.

– Die B 31, in einem Dreisamtunnel geführt, muss dabei die Möglichkeit bieten den Jahrhunderte langen, am Schwabentor nach Norden abbiegenden Verkehr vom Dreisamtal, der durch die Motorisierung eine zerstörerische Kraft entwickelt hat, auf eine leistungsfähige Verkehrsader im Westen (z.B. Bismarckallee, Stefan-Meier-Straße) zu verlagern.

– der Lokalverein fordert die Planungen für die sog. Schloßbergnase – unter den Bedingungen der Variante 2b der Verkehrsführung – unverzüglich aufzunehmen. Der Vorschlag der Verlegung der Stadtbibliothek an die Schloßbergnase steht im Raum und erfüllt alle Kriterien die für die Schloßbergnase im Oberstadtentwicklungsplan aufgestellt wurden. Weitere Ideen sind im Rahmen der Planungen und Konzeptionierung willkommen und hilfreich. Investoren und Projektplaner stehen bereit – es liegt an der Stadt hier aktiv zu werden!

Entwicklung im Bereich Oberlinden / Herrenstraße / Salzstraße


– der Lokalverein fordert die Platzqualität um den Oberlindenbrunnen und die Linde zu verbessern. Dass heißt die Fahrradparkplätze besser zu begrenzen und zu überwachen und eine behutsame Umgestaltung der Plattform um den Brunnen.
Weitere Veränderungen – insbesondere die verkehrsmäßige „Umdrehung“ der Herrenstraße lehnt der Lokalverein ab.

– der Lokalverein hält eine Veränderung der Park- und Liefermöglichkeiten um das Schwabentor für nicht geboten und fordert eine verbesserte Regelung für Kunden- und Lieferverkehr im Bereich Oberlinden und um das Schwabentor.
Die Aufstellung von Pflanzenkübeln soll zukünftig – wie zugesagt – im Einvernehmen den betroffenen Geschäften und Hausbesitzern erfolgen und nicht willkürlich von der Stadt vorgenommen werden.

– der Bereich Augustinermuseum / Gerichtsgebäude, die die obere Altstadt wie ein Riegel vom Bertoldsbrunnen abschneidet sollte, gerade was die Beleuchtung angeht, schnellstmöglich so verbessert werden, dass die Durchgängigkeit zur Oberen Altstadt „deutlich sichtbar“ wird.

Museumsentwicklung


– Der Lokalverein ist der Stadt dankbar für die gelungene Erneuerung des alten Augustinermuseums.

– der Lokalverein befürwortet eine schnelle Umsetzung der 2. Bauphase des Augustinermuseums und die enge Beteiligung und Einbeziehung der betroffenen Geschäfte und Anwohner. Der 3. Bauabschnitt sollte unverzüglich geplant und die finanziellen Mittel eingestellt werden.

– der Lokalverein unterstützt die Idee aus dem Schwabentor einen „Kulturm“ zu machen, als logische Ergänzung der Museen Augustinermuseum („alte“ Kunst) Museum für neue Kunst und Schwabentor (als Museum für zeitgenössische Kunst und Aktivitäten).
Die dazu notwendige Verlegung der Zinnfigurenklause könnte – als Idee – so aussehen, dass dieses Museum als „öffentliches Museum“ in beleuchteten Vitrinen am Augustinermuseum in der Salzstraße angebracht wird. Damit wäre auch das Lichtproblem an dieser Stelle gelöst.

– der Lokalverein begrüßt, dass seine Forderung nach der öffentlichen, kostenfreien Nutzung des alten Klostergartens und des Kreuzgangs im Augustinermuseum verwirklicht worden ist und regt an, diese Lösung beim ehemaligen Adelhauserkloster, wie schon an der Jesuitenkirche, ebenfalls zu verwirklichen.

Augustinerplatz / Lärmproblem in der Innenstadt


– der Lokalverein fordert, dass Lärm und Lärmentwicklung grundsätzlich gleich gesehen wird und nicht nach politischer Beliebigkeit als „zumutbar“ und „störend“ eingeteilt wird.

– der Lokalverein fordert, dass Lärm als gesundheitsgefährdend und als Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität gesehen und beurteilt wird und sich alle städtischen Maßnahmen diesen Grundsätzen unterordnen.

– Um dem Thema Lärm die Bedeutung zu verschaffen, die es bei den Betroffenen hat, aber von der Stadt bisher nicht berücksichtigt und gewürdigt wird, hat der Lokalverein Innenstadt eine besondere Arbeitsgruppe zu diesem Thema eingerichtet, deren Ergebnisse nach Abschluss der Arbeiten im Verlauf des Jahres 2011 veröffentlich werden.

– der Lokalverein fordert für die Innenstadt ein Gaststättenkonzept (ähnlich dem Märktekonzept), dass Standorte und die dazugehörenden Öffnungszeiten klar festlegt und so Wohnbereiche besser schützen.

Der Lokalverein versteht seine Forderungen als Zeichen, dass nach jahrelangem Reden und vieler guter und wohlwollender Worte von Stadtverwaltung und den Parteien jetzt endlich was getan werden muss.
Ebenso sei hier ausdrücklich hervorgehoben, dass die hier dargestellten Forderungen und Ideen weiterentwickelt werden müssen und im Diskussionsprozess auch weitere, neue Ideen hinzukommen können.
Der Lokalverein ist selbstverständlich bereit dazu – und das gilt als Forderung und Zusicherung gleichermaßen – bei all den angesprochenen Themen sich einzubringen und bei der Erarbeitung tragfähiger Lösungen mit Ideen und persönlichem Engagement mitzumachen.

Für die Arbeitsgruppe Oberstadt im Lokalverein Innenstadt

Josef Diel
Christian Himmelsbach