Projekt: Aktion gegen LĂ€rm

Projekt: Aktion gegen LĂ€rm

LĂ€rm in der Innenstadt

In der letzten Zeit werden verstÀrkt Klagen an den Lokalverein herangetragen mit der Bitte, etwas gegen den wachsenden LÀrm in der Stadt zu unternehmen. Besonders der nÀchtliche LÀrm zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens sei unertrÀglich.

Dazu folgende Beobachtung
RegelmĂ€ĂŸig finden in der Innenstadt sogenannte „Junggesellenabschiede“ statt. Frauen- oder MĂ€nnergruppen feiern mit Freundinnen oder Freunden den letzten Abend in „freiheit“. Diese Feiern sind immer mit einem hohen Alkoholpegel verbunden. Oft auch mit lautem Singen, Trommeln o.Ă€.. es gibt inzwischen ein paar LokalitĂ€ten, die solche Gruppen nicht mehr zulassen. Die meisten Gruppen kommen aus dem Umland. Bei einem AnwohnergesprĂ€ch Ă€ußerte sich die Polizei hierĂŒber: Freiburg ist bei den jungen Leuten sehr beliebt, weil man in der Innenstadt die ganze Nacht Feiern kann ohne Probleme mit der Polizei zu bekommen. Diese Gruppen reisen oft nachmittags an, feiern die Nacht in Freiburg und nehmen den ersten Zug morgens nach Hause. Denn : im kleinen Heimatort wĂŒrde man so eine Nacht nie durchzechen – da ist man ja bekannt, das wĂ€re peinlich.

Bier-Bike (www.bierbike.de): diese Fahrzeuge können von Gruppen angemietet werden. Meist sind sie mit Musikanlagen ausgestattet. Vor dem Martinstor und auf dem Augustinerplatz sind beliebte Ziele, da man dort von vielen Zuschauern bejubelt wird. Auf dem Augustinerplatz wird oft lautstark Pause gemacht, weil es hier ein öffentliches WC gibt. an manchen Abenden kommen bis zu 7 verschiedenen Gruppen. Jede Gruppe meint, sie ist die einzige Gruppe die je den Platz besucht hat – und der laute Jubel geht los.

Auf dem Augustinerplatz und auch anderswo wird illegal Bier verkauft – je lĂ€nger Bier zur VerfĂŒgung steht, desto lĂ€nger kann man auch schön verweilen. Inzwischen gibt es sogar mehrerer private BierverkĂ€ufer die bis frĂŒh in den Morgen verkaufen (solange die Nachfrage eben da ist)

Die Gegenden mit dem meisten LĂ€rm sind auch am stĂ€rksten vermĂŒllt und verdreckt ,besonders hĂ€ufig finden sich Graffiti und Vandalismus in Form von ausgerissenen Blumen und umgestĂŒrzten MĂŒlleimern .

Auch aus vielen anderen GroßstĂ€dten in Deutschland sind solche Klagen bekannt und werden von den Verwaltungen mehr oder minder intensiv verfolgt.

In Freiburg kann man politischer Seite und der Verwaltung hören, LĂ€rm gehöre zur Innenstadt, den mĂŒsse man ertragen, dafĂŒr habe man auch andere Vorteile.

Auslöser in Baden WĂŒrttemberg ist die durch die Landesregierung geĂ€nderte Sperrzeitenverordnung fĂŒr GaststĂ€tten und deren mangelnde Überwachung durch die Polizei, der es an Personal fehlt.

Eine Lösung wird in der Einrichtung eines kommunalen Ordnungsdienstes (KDO) gesehen durch Erweiterung der ZustĂ€ndigkeiten des Gemeindevollzugsdienstes , der die Polizei bei der Wahrnehmung Ihrer Aufgaben unterstĂŒtzt. In Baden WĂŒrttemberg hat die Stadt Mannheim ein KDO eingerichtet , in Karlsruhe, Stuttgart, Heidelberg und Ulm sind Kommunalen Ordnungsdienste in der Diskussion.

Die Stadt Freiburg lehnt einen KDO ab. Die Einhaltung der Polizeiverordnung sei Sache der Polizei ebenso wie das Grundproblem, die geÀnderten Sperrzeiten , Sache des Landes sei. Das man als Innenstadt Bewohner mehr LÀrm ertragen muss ,wie auf dem Land ist klar, aber den Anspruch einige Stunden Nachtruhe zu haben, ist genauso selbstverstÀndlich, wozu gibt es denn den Straftatbestand des ruhestörenden LÀrms.

Ziel der Stadt ist es das Wohnen in der Stadt fördern, möglichst auch fĂŒr Familien, um die AttraktivitĂ€t der Innenstadt zu stĂ€rken. Nur ein ausgewogenes VerhĂ€ltnis von Wohnen , Arbeiten und Erholen macht das Wesen einer lebendigen Innenstadt aus. Unter den vielfĂ€ltigen unterschiedlichen Interessengruppen in der Innenstadt fĂ€llt es den Bewohnern am schwersten ihre Interessen zur Sprache zu bringen, da sie keine kommerziellen Interessen haben.

Der Lokalverein fordert, dass die gesetzlichen Ruhezeiten eingehalten und ĂŒberwacht werden und da sehen wir das Problem, dass Stadt und Land sich aus KostengrĂŒnden sich hier zurĂŒckhalten, denn Überwachung heißt mehr Personal. Nach jĂŒngster Aussage der Stadt soll der Personalbestand bei der Polizei aufgestockt werden. Bis da Besserung eingetreten ist, bleibt uns der LĂ€rm und alles was dazu gehört, wie Dreck und Vandalismus.

Um der Forderung des Lokalvereins mehr Gewicht zu verleihen wird der Lokalverein Anfang Februar eine Befragung der 5400 Haushalte in der Innenstadt (Altstadt Mitte und Altstadt Ring) durchfĂŒhren. mit dem Ziel herauszufinden von welchem LĂ€rm, zu welcher Zeit und in welchem Umfang sich die Bewohner belĂ€stigt fĂŒhlen .Gefragt wird auch nach der GrĂ¶ĂŸe der Haushalte und der Straße, in der sie Wohnen, um ein differenziertes Bild zu bekommen.

Die Ergebnisse wird der Lokalverein dem OberbĂŒrgermeister und dem Gemeinderat mitteilen Wir hoffen auf eine rege Beteiligung , je grösser die Beteiligung des do grösser das Gewicht der Aktion.